KapMuG-Verfahren  gegen das Volkswagen

„Sammelklage“ von KapMuG gegen das Unternehmen Volkswagen: Der nächste Schritt wird vom Landgericht Braunschweig für das Musterverfahren eingeleitet

 

Das Verfahren gegen den Autohersteller Volkswagen ist vom Landgericht Braunschweig weiter ins Rollen gebracht worden, um das KapMuG-Verfahren (Kapitalanleger-Musterverfahren) anlaufen zu lassen. Durch den Vorlagebeschluss, der am 05.08.2016 datiert ist, hat das Landgericht Braunschweig dem Oberlandesgericht über den Prozess informiert und bittet um die Durchführung des Musterverfahrens (Sammelklage). Das Ziel ist, dass alle Anleger, die sich der Sache anschließen, verschiedene Punkte übereinstimmend klären und entscheiden. Der Vorlagebeschluss ist auf der Webseite des Landgerichts Braunschweig zu finden.

 

Die zu diskutierenden Punkte, die im Vorlagebeschluss aufgeführt wurden, sind auf 25 Seiten zusammengefasst. Sie beinhalten die eingereichten Einzelklagen und die damit dargelegten Pflichtverletzungen. Ebenso sind die vorgebrachten Anträge der KapMuG enthalten.

 

Des Weiteren ist festzustellen, ob der Einsatz von Abschalteinrichtungen, der sogenannten“Defeat Devices“, bereits frühestens 2005 oder spätestens 2007, eine Ad-Hoc Pflicht herbeiführt hat. Ebenfalls geht es um Warnungen des Unternehmens Bosch an VW in 2007. Es werden ebenfalls die Verfahren der US-Behörden zur Zulassung gewisser Diesel-Fahrzeuge in den Staaten thematisiert. VW soll wahrheitswidrig angegeben haben, dass keine verbotenen Abschalteinrichtungen in die Kraftahrzeuge integriert wurden. Im Vorlagebeschluss wird die Frage aufgeworfen, ob die Techniker VW bereits 2011 warnten, dass eine Abschalt-Einrichtung eingebaut sei.

 

Letztlich geht es darum, ob Volkwagen bereits 05.05.2014 durch die US-Behörden informiert wurde, dass erhebliche Diskrepanzen des tatsächlichen Schadstoffausstoßes bei Fahrzeugen bestehen würden. Über diese Punkte hätten die Anlegern vor der Einräumung der Diesel-Affäre informiert werden müssen. Zumal Volkswagen die Diskrepanzen durch eigene Tests schon im Dezember 2014 hätten zur Kenntnis nehmen müssen.

 

 

VW-Sammelklage steht bevor

Das KapMuG soll die VW-Dieselgate-Affäre detailgenau aufarbeiten. Der Geschäftsbericht des Volkswagen-Konzerns von 2015 besagt, dass kaum Erfolgsaussichten bezüglich der deutschen Klagen bestehen. Jedoch zeigen die aktuellen Entwicklungen, dass die Erfolgschancen für die Anleger keinesfalls gering sind.

 

Nach der Eröffnung des Musterverfahren durch das Oberlandesgericht Braunschweig, haben Anleger 6 Monate Zeit, sich dem Prozess anzuschließen.

 

Weitere Informationen finden Sie unter https://baum-reiter.de/schadenersatz-vw-aktionaere