Inhaltsübersicht:

Vorwort (Auszug):

In Finanzfragen wird mehr schlecht als recht beraten: Die Kunden von Banken, Versicherungsunternehmen oder anderen Finanzdienstleistern in Deutschland werden seit vielen Jahren auf unterschiedliche Weise abkassiert. Die maßlose Gewinnmaximierung von Finanzinstituten weltweit ohne Rücksicht auf Risiken hat im Oktober 2008 zum Zusammenbruch der internationalen Finanzmärkte geführt…

Kapitelübersicht: 

Kapitel 1: Die Finanzkrise als Vertrauenskrise

Im 1. Kapitel erläutern wir, wie es zur Finanzkrise kam, wer die Verlierer sind und wie sich die Krise gesellschaftlich auswirkt. Wir schildern, was in der Zeit vor der Krise schiefgelaufen ist und jetzt noch schief läuft. Wir zeigen, warum es unumgänglich ist, aus den begangenen Fehlern zu lernen und ein Finanzsystem herzustellen, das auf berechtigtem gegenseitigem Vertrauen aller am Wirtschaftsleben Beteiligten beruht. Unser Credo: Wer die Mechanismen der Krise versteht, hat bessere Chancen, auch im privaten Bereich wirtschaftliche Zusammenhänge zu erkennen. Er kann Bank- und Versicherungsberatern kritischer als bisher gegenübertreten, eigene Ziele besser formulieren und die richtigen Fragen stellen.

Kapitel 2: Verbraucherschutz: das Stiefkind der Nation

Im 2. Kapitel zeigen wir an vielen Beispielen, dass der Verbraucherschutz im Finanzsektor vollkommen unzureichend ist. Das liegt vor allem an der intransparenten Vertragsgestaltung der Finanzlobby. Vertragsfreiheit ist zwar Grundlage für eine freie soziale Marktwirtschaft, aber nicht grenzenlos. Vertragsfreiheit bedarf der Ordnung und der Transparenz, um Waffengleichheit zwischen Vertragspartnern, zwischen Finanzdienstleistern und Kunden, herzustellen. Grundsätzlich müssen wirtschaftlich Unterlegene, wie etwa Bank- und Versicherungskunden, die Chance haben, die Vor- und Nachteile zu erkennen, die sich aus einem Vertrag für sie ergeben. Ist das nicht der Fall, werden Verbraucher bewusst unmündig gehalten. Es herrscht keine Waffengleichheit.
Benachteiligt gegenüber Finanzdienstleistern sind vor allem sich betrogen fühlende Kunden, die laut geltender Gesetzgebung vor Gericht ihrer Bank nachweisen müssen, dass sie falsch beraten hat. Dazu fehlen den Klägern aber fast ausnahmslos die notwendigen Informationen, die nicht nur von Banken, sondern auch von der staatlichen Finanzaufsicht BaFin unter Verschluss gehalten werden. Wir fordern deshalb eine Beweislastumkehr. Demnach muss im Streitfall die Bank nachweisen, dass sie fair beraten hat. Des Weiteren fordern wir eine staatliche Finanzaufsicht, die sich dem umfassenden Verbraucherschluss verpflichtet fühlt.[/toggle]

Kapitel 3: Missbrauchtes Vertrauen durch Kreditverkauf

Das 3. Kapitel handelt von Banken und Sparkassen, die selbst regelmäßig bediente Kredite an Immobilienkredite von Privatkunden und Firmen an zweifelhafte Finanzinvestoren verkauften. Wir zeigen an eingehenden Beispielen, wie Kreditinstitute dabei Gesetzeslücken schamlos ausnutzten. Mit dem Kreditverkauf haben Banken und Sparkassen ein wesentliches Vertrauensband zum Kunden schon vor Beginn der Finanzkrise durchschnitten. Denn Kundeninteressen spielen für die Kreditaufkäufer keine Rolle.
Im Buch beschreiben wir weiter, wie der Gesetzgeber inzwischen zwar reagiert und einige Lücken geschlossen hat, doch eine Reihe von Missständen unberührt ließ. Nach wie vor ist beispielsweise der Verkauf von Immobilienkrediten an Hedgefonds erlaubt, die fern deutscher Staatsaufsicht in Steueroasen residieren. Das kann auch für mittelständische Unternehmen zum Fiasko werden, wandern mit dem Kreditverkauf auch vielfach vertrauliche Firmenunterlagen und Informationen an die Investoren.
Wie sorglos die Politik trotz gegenteiliger Lippenbekenntnisse ist, zeigt der Verkauf der IKB Bank an den Hedgefonds Lonestar durch die Bundesregierung. Mit dem IKB-Kauf mutierte ein zuvor von der Regierung noch als „Heuschrecke“ gegeißelter Hedgefonds plötzlich zum idealen Geschäftspartner, dem man ohne Weiteres hochsensible Firmendaten Tausender vor allem mittelständischer Unternehmen anvertrauen kann. Das erinnert uns daran, einem Wolf die Bewachung einer Schafsherde zu überlassen.

Kapitel 4: Volles Risiko: Lehman-Brothers-Zertifikate

Im 4. Kapitel demonstrieren wir, wie es dazu kam, dass Zehntausende Anleger in Deutschland mit Lehman-Brother-Zertifikaten ihre Spargelder verlieren konnten. Dazu zeichnen wir die Geschichte der US-Investmentbank nach und zeigen, wie unermessliche Gier, Ignoranz und überheblichkeit schließlich zu ihrem Zusammenbruch führte. Wir enthüllen, mit welchen Tricks Großbanken, Genossenschaftsbanken und Sparkassen aus reiner Provisionsgier selbst Vorsorgesparer zum Vertragsabschluss drängten und mit welchen windigen Argumenten sie sich heute aus der Verantwortung zu stehlen versuchen. Wir beleuchten die juristische Situation und beschreiben die Chancen, dass sich betrogen fühlende Anleger die Verkäufer von Lehman-Brother-Zertifikaten und ähnlichen Papieren haftbar machen können.

Kapitel 5: Zwanzig Jahre Schrottimmobilienskandal und kein Ende

Im 5. Kapitel erzählen wir die unendliche Geschichte der Schrottimmobilien, die in den sechziger Jahren begann, mit dem Badenia-Skandal einen zwischenzeitlichen Höhepunkt fand und heute mit neuen Vorzeichen fortgeführt wird. Wir decken auf, wie Rechtsprechung und Gesetzgeber versagt und zugleich dafür gesorgt haben, dass das Geschäftsmodell heute noch skrupelloser als früher fortgesetzt werden kann.
Aktuell sind vor allem junge Menschen bevorzugte Opfern dubioser Immobilienvermittler, die ihnen in Diskotheken und auf Partys preiswerte Immobilien mit Steuerspareffekten als Altersvorsorge aufdrängen. Die dazu notwendigen Darlehen besorgen die Vermittler mit falschen Informationen über den jungen Kreditnehmer in deren Namen bei Internet-Banken. Mit beteiligt sind windige Notare, die die Käufe besiegeln. Bleiben wegen falscher Versprechen Mieten aus und können Betroffene deshalb ihre Kreditraten nicht mehr bezahlen können, drohen nicht nur in jungen Jahren die Privatinsolvenz, sondern gleich auch mehrjährige Haftstrafen wegen falscher Kreditangaben. Die Immobilienvermittler indes suchen an einem anderen Ort längst wieder neue Opfer.

Kapitel 6: Die ruinösen Geschäftspraktiken des Berliner Senats

Das 6. Kapitel handelt davon, wie der deutsche Staat mit Steuerversprechen seine Bürger als Investoren für den sozialen Wohnungsbau in Berlin angelockt und abkassiert hat. Bunte Prospekte und die generösen Versprechen des Landes Berlin, langfristig Geld anlegen zu können, den «Inselstandort» Berlin zu stärken, dabei Steuern zu sparen und zugleich auch noch Gutes für die sozial schwächere Bevölkerung zu tun, waren von überzeugender Wirkung. Den Schaden haben heute rund 15 000 Kapitalanleger, die in den Berliner sozialen Wohnungsbau investierten und auf eine feste Anlagedauer von 30 Jahren vertrauten, die ihnen Politiker schmackhaft gemacht hatten. Wir beleuchten die sich oftmals widersprechende Informationspolitik und die Chancen auf Schadenersatz.

Kapitel 7: Altersvorsorge: Gewinnspiel für Banken und Versicherer

Das 7. Kapitel beschäftigt sich mit der privaten und betrieblichen Altersversorgung. Glaubt man den Vertriebsprofis, eignet sich fast jedes Produkt zum Vorsorgesparen. Wir entlarven scheinbar sichere Angebote mit „Vorsorge-Etikett“, die von Banken und Strukturvertrieben angeboten werden. Wir zeigen, wie gesetzliche Rahmenbedingungen dafür sorgen, dass die staatlich geförderte Altersvorsorge zu einem Gewinnspiel für Banken und Versicherungen geworden ist, das wirksamen Verbraucherschutz außen vor lässt. Ausführlich beleuchten wir, mit welchen intransparenten Informationen, Lebensversicherungen verkauft werden, warum Vorsorgesparer nur dann die von Versicherern versprochenen Renditen erzielen, wenn sie das heute schon biblische Alter von Johannes Heesters erreichen. Nicht zuletzt erklären wir die Haftungsrisiken von Unternehmen bei provisionsgetriebenen „gezillmerten“ Vorsorgeverträgen der Mitarbeiter.

Unsere Forderungen: Die Vertrauenskrise kann nur überwunden werden, wenn die Bedürfnisse der Verbraucher in den Mittelpunkt gestellt werden. Hierfür muss die Politik geeignete Rahmenbedingungen schaffen. Eine Politik, die an die Menschen appelliert, verstärkt in die Eigenvorsorge zu investieren, weil die Rentenkassen schrumpfen, darf sie dann nicht alleinlassen, wenn es darum geht, vermeidbare Risiken durch klare rechtliche Rahmenbedingungen auszuschließen.

Die Finanzwirtschaft muss ihre Kunden als langfristige Geschäftspartner begreifen und sie deswegen in deren Interesse beraten.

Die Verbraucher müssen umdenken und bereit sein, für unabhängige Beratung ein Entgelt zu zahlen, damit nicht die Provisionshöhe der Berater die Produktwahl bestimmt.